Hassina Alkozei über Terroristen aus Afghanistan

Aktuelles 0 | 17. Februar 2025

„Ich bin traurig und ich bin wütend. Ich bin traurig, weil Menschen absichtlich, willkürlich und unerwartet verletzt oder zu Tode gebracht werden. Ich bin wütend, weil die Taten von Menschen ausgeübt werden, die sich einem Leben verweigern, das unvergleichlich viel besser sein könnte als in ihrem Herkunftsland Afghanistan. Mein Mitgefühl gilt den Verletzten und den Hinterbliebenen der Toten. Meine Verachtung gilt den Tätern.

Mir ist bewusst, woher die Täter kommen, welche Geschichte sie als Menschen in Afghanistan wahrscheinlich erlebt haben. Das erklärt nichts und das entschuldigt nichts. In Europa hätten sie ihre Vergangenheit hinter sich lassen können, hätten ein neues Leben beginnen können. Das ist nicht leicht. Meinen deutschen Landsleuten sage ich: Die meisten von uns schaffen das. Die meisten lernen die neue, fremde Sprache. Besuchen als Kinder und Jugendliche Schulen, machen Ausbildungen oder studieren, fassen im Berufsleben Fuß. Bringen sich in Vereinen ehrenamtlich ein. Lernen die Geschichte und Kultur Deutschlands und anderer europäischer Länder kennen. Verstehen die sozialen Regeln, achten die Gesetze.

Ich schäme mich für die, denen das nicht oder nur unzureichend gelingt, die sich bewusst verweigern, die am Ende kriminell werden. Die wahllosen Mordanschläge treffen die Opfer. Sie treffen als Terrorakte die gesamte deutsche Gesellschaft. Und sie treffen mich. Mich und die überwiegende Mehrheit derjenigen, die aus Afghanistan stammen.“

Hassina Alkozei, in Afghanistan geboren, ist deutsche Staatsbürgerin. Sie lebt und arbeitet in Mainz. In der SPD ist sie seit vielen Jahren als Kassiererin ihres Ortsvereins aktiv. Für eine Wahlperiode gehörte sie dem Ortsbeirat in ihrem Heimatstadtteil an.